Drohnenführerschein 2026
Der Drohnen-Führerschein heißt offiziell EU-Kompetenznachweis — und der kleine ist beim Luftfahrt-Bundesamt kostenlos. Hier erfährst du, welchen Nachweis du für deine Drohne brauchst, was er kostet und wie die Prüfung abläuft.

Was kostet der Drohnenführerschein?
Der kleine Drohnenführerschein ist kostenlos — Geld kostet nur, was freiwillig ist.
Die häufigste Frage zum Thema lässt sich kurz beantworten: Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 kostet 0€. Lernmaterial und Prüfung stellt das Luftfahrt-Bundesamt kostenlos bereit, und du kannst den Test beliebig oft wiederholen. Kosten entstehen erst beim Fernpiloten-Zeugnis A2 oder bei freiwilligen Extras wie einer Plastikkarte.
Achtung bei kommerziellen Anbietern: Manche Seiten werben mit „Drohnenführerschein ab 49€“ und meinen damit einen Vorbereitungskurs — nicht den Nachweis selbst. Den bekommst du in jedem Fall nur beim LBA, und dort ohne Gebühr.
Welche Drohnenführerscheine gibt es?
Die EU-Drohnenverordnung kennt in der offenen Kategorie genau zwei Nachweise. Umgangssprachlich heißen sie „kleiner“ und „großer“ Drohnenführerschein:
EU-Kompetenznachweis A1/A3 (der „kleine Drohnenführerschein“)
- Für wen: Alle Drohnen-Piloten in den Unterkategorien A1 und A3
- Voraussetzung: Mindestalter 16 Jahre
- Prüfung: Online-Test beim LBA (40 Multiple-Choice-Fragen, 75% bestehen)
- Kosten: Kostenlos beim LBA
- Gültigkeit: 5 Jahre, danach Auffrischung
Fernpiloten-Zeugnis A2 (der „große Drohnenführerschein“)
- Für wen: Piloten, die Drohnen der Klasse C2 in der Nähe von Menschen fliegen (Unterkategorie A2)
- Voraussetzung: Gültiger EU-Kompetenznachweis A1/A3 + praktische Selbstschulung
- Prüfung: Online-Test beim LBA (30 Fragen) oder bei anerkannter Stelle
- Kosten: Ca. 50–80€ (Prüfungsgebühr)
- Gültigkeit: 5 Jahre
Beide Nachweise gelten EU-weit — mit einem deutschen Kompetenznachweis darfst du also auch in Österreich, Frankreich oder Spanien fliegen. Was im Ausland sonst noch zu beachten ist, steht im Ratgeber Drohne im Ausland.
Ab wann brauche ich einen Drohnenführerschein?
Die Pflicht hängt nicht am Preis der Drohne, sondern an Gewicht und Kamera. Einen Kompetenznachweis brauchst du, sobald einer dieser Punkte zutrifft:
- Die Drohne wiegt 250g oder mehr — unabhängig von der Kamera
- Die Drohne hat eine Kamera oder Sensoren — auch unter 250g
Praktisch heißt das: Für jede aktuelle Kameradrohne brauchst du den Nachweis, auch für die 249g-Modelle wie DJI Mini 5 Pro, DJI Neo oder die Antigravity A1. Ohne Führerschein fliegen darfst du nur mit reinen Spielzeugdrohnen unter 250g ohne Kamera.
Mindestalter: 16 Jahre. Wer jünger ist, darf unter Aufsicht einer Person mit gültigem Kompetenznachweis fliegen. Für Drohnen, die als Spielzeug im Sinne der Spielzeugrichtlinie gelten, gibt es keine Altersgrenze.
Welchen Drohnenführerschein brauche ich?
Welche Klasse deine Drohne hat, steht auf dem C-Label am Gerät oder in der Bedienungsanleitung. Die Einordnung erklären wir ausführlich unter Gewichtsklassen C0–C4.
Wo mache ich den Drohnenführerschein?
Den kleinen Drohnenführerschein legst du komplett online beim Luftfahrt-Bundesamt ab — du brauchst keine Flugschule und keinen Präsenztermin. Der Ablauf in vier Schritten:
Konto beim LBA anlegen
Im Drohnen-Portal des Luftfahrt-Bundesamts registrierst du dich mit E-Mail-Adresse und persönlichen Daten.
Online-Lernkurs durcharbeiten
Das LBA stellt den kompletten Lernstoff kostenlos bereit: Luftrecht, Flugsicherheit, Datenschutz, Betriebsverfahren. Rechne mit 4–6 Stunden Selbststudium.
Online-Test bestehen
40 Multiple-Choice-Fragen, du brauchst 75% richtig (30 Fragen). Der Test läuft von zuhause; nicht bestanden ist kein Problem — du darfst beliebig oft wiederholen.
Nachweis herunterladen
Nach Bestehen bekommst du den EU-Kompetenznachweis als PDF mit deiner Fernpiloten-Nummer. Ausdrucken oder aufs Handy laden — bei einer Kontrolle musst du ihn vorzeigen können.
Für das A2-Fernpiloten-Zeugnis kommt eine praktische Selbstschulung dazu, die du selbst dokumentierst, sowie eine zusätzliche theoretische Prüfung — diese legst du beim LBA oder bei einer anerkannten Prüfstelle ab.
Drohnenführerschein als Karte
Den EU-Kompetenznachweis erhältst du nach der Prüfung als PDF-Dokument vom LBA. Wer seinen Drohnen-Führerschein lieber im Kreditkartenformat dabei haben möchte (z.B. im Geldbeutel), kann ihn als Plastikkarte im Scheckkartenformat bestellen.
Einige Anbieter drucken deinen Kompetenznachweis auf eine hochwertige PVC-Karte — inklusive Name, Führerschein-Nummer und QR-Code. Praktisch für unterwegs, wenn mal jemand nach dem Nachweis fragt. Preise liegen bei ca. 15–25€. Pflicht ist die Karte nicht: Das PDF vom LBA ist der offizielle Nachweis und gilt genauso.
Führerschein allein reicht nicht
Der Kompetenznachweis ist nur eine von drei Pflichten. Dazu kommen:
- Drohnen-Haftpflichtversicherung: gesetzlich vorgeschrieben (§ 43 LuftVG) — und schon bei der Registrierung nötig
- LBA-Registrierung als Betreiber: einmalig 20€, danach 5 Jahre gültig
- Drohnen-Kennzeichen (e-ID-Plakette): deine Betreiber-ID sichtbar auf jeder Drohne, ab ca. 5€
Drohnen-Pilot und Gründer von drohnen-versicherung.info (seit 2015). Testet und vergleicht Drohnen-Versicherungen aus der Perspektive eines aktiven Piloten.